Schweine-Mx1 als Indikator für Virusinfektionen

Liebe Leserinnen und Leser,

Interferone sind Signalproteine, die Teil der natürlichen Abwehrmechanismen sind. Sie alarmieren das Immunsystem bei Virusinfektionen und induzieren verschiedene Veränderungen in Zielzellen. Diese Veränderungen werden durch zytoplasmatische Proteine vermittelt, die von den Interferonen selbst synthetisiert werden. Das Interferon-induzierte GTP-bindende Protein Mx1, auch bekannt als Myxovirus-Resistenzprotein 1, ist ein solches Protein. Es handelt sich um eine GTPase, die zur antiviralen Antwort gehört, die durch Interferone vom Typ I und III im infizierten Wirt ausgelöst wird. Mx-Proteine hemmen Viren über einen GTP-abhängigen Mechanismus; daher ist die GTPase-Aktivität für die antivirale Wirkung der Mx-Proteine notwendig.

Mehr als 30 verschiedene Proteine werden durch Interferone induziert. Der monoklonale Antikörper AM39 erkennt das Schweine-Mx1-Protein. Die Messung der Interferon-induzierten Proteine erfolgt mittels Western-Blot-Analyse zur Quantifizierung der biologisch aktiven Interferone (Produkt T-3501). Mx1 ist in dieser Hinsicht besonders attraktiv, da es schnell auf hohe Expressionsniveaus ansteigen kann, die bis zu 1 % des gesamten cytosolischen Proteins erreichen können (Horisberger 1992), und es ist stabil.

 

 

 

 

 

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In den späten 1980er Jahren rückten Mx-Proteine in den Fokus der Forschung zur Abwehr von Influenzaviren. Dies wurde durch den ersten genetischen Nachweis ermöglicht, dass Mx-Proteine intrinsische antivirale Aktivitäten mit Spezifität gegen bestimmte RNA-Viren mit negativem Strang besitzen. Diese Proteine wurden in Studien mit influenzaresistenten bzw. -anfälligen Mausstämmen entdeckt und mittels subtraktiver cDNA-Synthese isoliert. Die cDNA diente als Hybridisierungssonde zur Isolierung humaner Homologe (MxA bzw. MxB). Anschließend wurde ein cDNA-Klon in voller Länge, der für das Schweine-Mx1-Protein kodiert und dessen offener Leserahmen von 663 Aminosäuren große Ähnlichkeit mit dem humanen MxA aufweist, isoliert, sequenziert und auf Chromosom 13 kartiert.

Die Bestimmung des Schweine-Mx1-Proteins ist hilfreich für das Screening von Schweinepopulationen auf Schweineinfluenza, eine bedeutende Krankheit in der Schweineproduktion. Schweine sind im Allgemeinen Wirte des Influenzavirus, da sie als Zwischenwirte zwischen Vögeln und Menschen fungieren und so zur Entstehung neuer Virusvarianten beitragen können. Daher kann die schnelle Bestimmung von Schweine-Mx1 sowohl diagnostisch als auch prophylaktisch zur Behandlung und zum Management von Risikogruppen eingesetzt werden.

Die immunhistochemischen Bilder zeigen gefrorenes Schweinemilzgewebe, das mit einem Maus-Anti-Schweine-Mx1-Antikörper (Produkt T-3501, Verdünnung 1:200, Gegenfärbung mit Hämatoxylin) angefärbt wurde. Es zeigt sich eine starke zytoplasmatische Färbung. Die Zellen sind in klar abgegrenzten Bereichen der roten und weißen Pulpa der Schweinemilz angefärbt.

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  • T-3501: Maus-Anti-Schweine-Mx1, Klon AM39, gereinigtes Antiserum

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