Oxytocin: Das Glückshormon
Liebe Leserinnen und Leser,
Oxytocin ist ein Nonapeptidhormon, das durch enzymatische Spaltung des vom menschlichen OXT-Gen kodierten Peptidvorläufers entsteht. Es wird im Hypothalamus produziert und vom Hypophysenhinterlappen ins Blut abgegeben. Beide Organe befinden sich an der Hirnbasis. Werden Neuronen im Hypothalamus erregt, trägt deren elektrische Aktivität zur Freisetzung von Oxytocin ins Blut bei und reguliert so endokrine Prozesse.
Im letzten Jahrzehnt haben zahlreiche Studien die molekulare, physiologische und verhaltensbezogene Bedeutung von Oxytocin und damit die Funktionen dieses Peptids näher beleuchtet. Oxytocin ist beispielsweise als chemischer Botenstoff für soziale Bindungen bekannt und zählt neben Dopamin und Serotonin zu den drei sogenannten „Glückshormonen“. Darüber hinaus wirkt es auf Organe wie Brust und Gebärmutter und steuert wichtige Prozesse des Fortpflanzungssystems, darunter Geburt und Stillen. Es war das erste Peptidhormon, dessen wichtige Rolle bei der Stimulation der Uteruskontraktionen während der Geburt, der Rückbildung des Uterus nach der Entbindung und der Anregung des Milchejektionsreflexes während der Stillzeit erkannt wurde.
Die immunhistochemische Analyse mit einem Anti-Oxytocin-Antikörper dient der Untersuchung der Lokalisation und Verteilung von Oxytocin in Gewebeschnitten. Die Abbildung zeigt formalinfixiertes, paraffineingebettetes menschliches Hypothalamusgewebe. Die Färbung mit einem Meerschweinchen-Anti-Oxytocin-Antikörper (Produkt T-5021, Verdünnung 1:200, Gegenfärbung mit Hämatoxylin) ergab eine starke zytoplasmatische Positivität in neuronalen Zellen (rot).
Der Gewebeschnitt wurde mit Proteinase K zur Antigenrückgewinnung behandelt und mit Ziegenserum blockiert. Die Inkubation mit dem primären Antikörper erfolgte 1 Stunde bei Raumtemperatur. Als Negativkontrolle wurde PBS anstelle des primären Antikörpers verwendet. Ein Meerrettichperoxidase-konjugierter Ziegen-Anti-Meerschweinchen-Antikörper wurde als sekundärer Antikörper eingesetzt und mit AEC als Substrat entwickelt. Copyright © BMA Biomedicals / S. Accossato
Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Freisetzung von Oxytocin im Gehirn Stressreaktionen, einschließlich Angstzuständen, zu reduzieren scheint. Diese Effekte wurden bei verschiedenen Spezies beobachtet und haben dazu geführt, dass das Hormon als wichtiger Bestandteil eines komplexen neurochemischen Systems mit Einfluss auf emotionales, kognitives und soziales Verhalten betrachtet wird. Wissenschaftler vermuten, dass es zur Verbesserung des zwischenmenschlichen und individuellen Wohlbefindens beitragen könnte. Daher könnte die medikamentöse Gabe von Oxytocin Menschen mit sozialer Phobie, Autismus und postpartaler Depression helfen.
Erhältlich bei BMA Biomedicals:
S-1355: Oxytocin-ELISA-Kit, extraktionsfrei für Serum- und Plasmaproben
T-4082: Kaninchen-Anti-Oxytocin, verdünntes Antiserum
T-4083: Kaninchen-Anti-Oxytocin, gereinigtes IgG
T-4084: Kaninchen-Anti-Oxytocin, reines Antiserum
T-5021: Meerschweinchen-Anti-Oxytocin, reines Antiserum
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